Zürichsee-Zeitungen
Donnerstag, 17. Mai 2001-11-21

Kultur und Erholung in Guatemala
Esther Von Ziegler

Nach dem Kulturgenuss spannen die Touristen gern noch einige Tage am Meer aus. Guatemala grenzt im Nordosten an den Atlantik und im Süden an den Pazifik. Dennoch wird im Reisebüro empfohlen, für einen Bade-oder Entspannungsurlaub entweder in die Karibik oder nach Belize zu fliegen oder dann - was fast etwas phantasielos anmutet – auf dem Rückflug über Florida noch einen Badestopp einzulegen. In Guatemala selber aber gebe es nichts Adäquates.

Bei Frederic und Laetitia
Wenn man unter adäquat einen Hotelkomplex nach amerikanischem Vorbild mit Klimaanlage (die einen wohlbemerkt fast erfrieren lässt), TV, Whirlpool und sonstigen “Gimmicks” versteht, dann stimmt diese Aussage. Für den Individualreisenden oder für kleine Gruppen, die auf der Suche nach dem unberührten Paradies sind, die das Ursprüngliche lieben und das Authentische schätzen, gibt es an der Pazifikküste, 20 km von der Grenze zu San Salvador entfernt, einen wirklichen Geheimtipp. Nach einer zweistündigen Autofahrt von Guatemala City, gefolgt von einer 30-minütigen Bootsfahrt (in einer langen Nussschale mit Aussenbordmotor erreicht man über einen Süsswasserkanal eine lang gezogene Insel, die paradiesische Züge aufweist: Im Norden wird diese sandige, mit Palmen bewachsene Landzunge von Süsswasser umgeben, im Süden von traumhaftem, feinkörnigem Lavastrand. Die Ruhe wird nur durch das Rauschen des Meeres gestört. Isleta de Gaia nennt sich diese Ansammlung von zehn stilvollen, farbenfröhlichen, mit Palmenblatt-Dächern ausgerüsteten Bungalows, die sich um einen kleinen Swimmingpool gruppieren. Jeder Bungalow verfügt über ein eigenes WC mit Dusche, ist einfach, aber zweckmässig eingerichtet, ohne TV und ohne Air Conditioning, dafür aber mit Charme und einer einladenden Hängematte auf der eigenen kleinen Veranda. Besitzer sind zwei Franzosen: Frederic, der vormalige Unternehmensberater aus Paris, und Laetitia, ehemals Bankfachfrau, ebenfalls aus der französischen Metropole. Sie haben sich einen Traum verwirklicht. Frederic ist mittlerweile zum Fischerei-Experten geworden und instruiert interessierte Gäste gern im Sportfischen. Ein Fischerboot ist bestellt und soll in dennächsten Monaten ausgeliefert werden.

Guatemaltekische Leckerbissen
Während sich Frederic der administrativen und sportlichen Belange annimmt, wirkt Laetitia in der Küche. Die Zutaten, zumeist – und am empfehlenswertesten – von umliegenden Fischern und Bauern frisch eingekauft, werden in der einfachen Küche zu authentischen und wohlschmeckenden Leckerbissen verarbeitet. Die Auswahl ist klein, dafür aber garantiert frisch und hebt sich wohltuend von der nicht gerade erbauenden guatemaltekischen Durchschnittsküche ab. Das kleine Paradies lädt zum Ausruhen, Geniessen, Lesen, Schwimmen und Staunen ein. Wer Glück hat, wird auch eine Riesenschildkröte zu Gesicht bekommen, die an den Strand schwimmt, um Eier zu legen. Diese werden ihr (leider) zwar regelmässig weggenommen, glauben die Einheimischen, sie wirkten für den Mann potenzfördernd.

 

 

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